Fliegenfischen in Djursland, Ostjütland


Fluefiske i Djursland – Denmarks naturskønne næse

von Thomas Lehmann

 

Seit mehreren Jahren fahre ich nun schon mit der Familie nach Djursland, um dort den Sommerurlaub zu verbringen. Wobei Djursland nicht nur im Sommer eine Reise wert ist, auch das Frühjahr und der Herbst sind in fischereilichem Sinne sehr interessante Jahreszeiten!

Neben der schönen Landschaft sind es die vielen Ausflugsmöglichkeiten, die uns auch nach mehreren Besuchen gerne wiederkehren lassen. Weitere Informationen unter www.visitdjursland.com

 

Legoland Billund – seit 2011 mit Star Wars als Top-Highlight © Thomas Lehmann

 

Insbesondere im Sommer lassen sich ein Familienurlaub mit einigen Stunden Fischerei sehr gut kombinieren. Am Ende eines gemeinsam mit der Familie verbrachten Urlaubstages kann man nämlich  wunderbar zum Wasser aufzubrechen, um je nach Situation bis in die Dämmerung oder die frühe Nacht zu fischen.

 

Abendliches Fischen am Riff  -  © Thomas Lehmann

 

Djursland bietet dabei eine wirklich riesige Vielzahl von Angelstellen für jede Jahreszeit und Windrichtung. Diese sind im North Guiding Angelführer über Djursland bestens beschrieben.  

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich die Angler aufgrund der vielen Angelplätze verteilen und kein Gedränge herrscht. Selbst zur besten Zeit ist man meistens alleine am Wasser oder kann, ohne weite Anfahrten in Kauf nehmen zu müssen, einen alternativen Platz ansteuern.

Ein absolutes Highlight im vergangenen Jahr war für mich ein Treffen mit Henrik Leth. Henrik gehört zu den lokalen Hardcore-Fischern und hat nach eigenem Bekunden im Jahr mehr als 120 Fischtage an der Ostsee. Ein Schnitt, den ich aufgrund der weiten Anfahrt leider nicht halten kann.

Aufgrund seiner vielen Fischtage hat Henrik ein profundes Wissen zum Thema Meerforelle und Fischerei mit der Fliege in der Ostsee aufgebaut. Für Beginner oder interessierte Fischer, die Ihr Wissen erweitern oder eine professionelle Einweisung in die jeweiligen, jahreszeitlich angesagten Fischplätze erhalten möchten, stellt Henrik sein Wissen als Guide gerne zur Verfügung.

Henrik ist über seine Homepage www.brakvand.dk erreichbar.  -   Henrik Leth - Revierexperte Angelführer Djursland

Fischen mit dem Pontonboot

Zum gemeinsamen Fischen hatte sich Henrik etwas - zumindest für mich – Besonderes ausgedacht: „wir treffen uns bei mir und fischen dann im Randers Fjord – vom Pontonboot aus.“

Gesagt, getan. Ich machte mich auf den Weg nach Randers und von dort ging es weiter an den Fjord.

Der Zusammenbau der Boote ging schnell von statten und dauert nur rund fünf Minuten.

Mit von der Partie war Lars Damgaard Anderson, der die Boote konstruiert. Der Rahmen des Bootes und dessen metallische Zubehörteile sind dabei aus rostfreien Material gefertigt – der Gebrauch im Salzwasser ist also absolut unbedenklich. Weitere Informationen unter: www.andersonpontoon.dk

 

Aufbau der Pontonboote  -  © Thomas Lehmann

 

Während der 12-Volt - Kompressor die Schwimmkörper aufbläst, kann man schon mal die Wathose anziehen und die Rute aufbauen. Die Schwimmkörper werden dann nur noch mit Riemen am eigentlichen Chassis festgezurrt und die Ruder eingehängt – das war ´s auch schon!

Anstelle der Watschuhe trägt man Flossen, mit denen man nach dem Erreichen der Angelstelle die Position hält.

 

Schwimmflossen statt Watschuhe  -  © Thomas Lehmann

 

Äußerst bequem ist, dass auf dem Pontonboot ein Schnurkorb montiert werden kann und auch für alles weitere Zubehör wie Kescher, Taschen etc. ausreichend Platz an Bord vorhanden ist.

Nur… ein Pontonboot, ich zum ersten Mal mit Schwimmflossen an den Füßen und ein steifer Wind auf dem Randers Fjord – wie soll das bloß zusammenpassen?

 

Regenwetter und ein steifer Wind auf dem Randers Fjord.   -   © Thomas Lehmann

 

Nun, um es vorweg zu nehmen, es passte sogar ganz hervorragend. Wer Erfahrung im Umgang mit Ruderbooten hat wird überrascht sein, wie leicht und schnell sich das Pontonboot auch gegen den stärksten Wind rudern lässt. Aufgrund der Wetterbedingungen konnte ich dies gleich mehrfach testen.

Dabei sitzt man in einer entspannten und bequemen Position über dem Wasser.

Die Koordination des – anfangs fortwährenden - Navigieres mit den Flossen und gleichzeitigem Werfen mit der Fliegenrute erforderte hingegen insbesondere wegen des starken Windes etwas Übung. Nach einer halben Stunde ging es jedoch bereits deutlich besser und das Fischen begann nun richtig Spaß zu machen.

 

Endlich lässt der Regen nach –
der Autor mit Lars Anderson und zwei „Anderson Speedster“ aus dessen Herstellung   -  © Thomas Lehmann

 

Wir fischten im Randers Fjord dabei an einer Stelle, die wirklich ausschließlich mit einem Boot erreichbar ist. Hohes Schilf, ein relativ weicher Boden und schnell tiefer werdendes Wasser machten die Stelle vom Ufer aus absolut unzugänglich. Der gesamte Fjord ist dabei eine Top-Location, da das brackige Wasser die Nährtiere der Meerforelle sehr gut gedeihen lässt. Es wimmelt geradezu vor Garnelen, Borstenwürmern und Fischchen. Die Fjord-Forellen sind aufgrund dessen gut genährt und in Top-Kondition.

Leider ließ sich trotz intensiver Versuche keine Meerforelle bitten. Trotz an sich guter äußerer Bedingungen hatte das Wasser an diesem Tag sommerliche 19 Grad – vielleicht etwas zuviel des Guten. Wir konnten daher lediglich einige der verbliebenen Hornhechte an ´s Band bekommen.

Die hohe Wassertemperatur war aber gleichzeitig auch das Handicap, dass mich den ganzen Urlaub über begleitete. Selbst an den Außenküsten von Djursland gelegenen Stellen herrschten trotz Strömung hohe Wassertemperaturen von teilweise über 20 Grad.

 

Der Tag geht zu Ende und am Wasser wird es noch mal interessant.  -  © Thomas Lehmann

 

Djurslands Natur und die vielfältigen Eindrücke, die man beim nächtlichen Fischen erlebt, finde ich jedoch immer wieder absolut beeindruckend. Neben der schönen Natur an der Ostsee ist die Tierwelt reich an vorkommenden Arten. Füchse, Hasen, Rehe und mit etwas Glück auch Dachse trifft man während der abendlichen Streifzüge regelmäßig an.

Ich habe mich daher auch trotz hoher Temperaturen nicht davon abhalten lassen, mein Glück mit der Fliegenrute zu versuchen. Es hat auch nicht lange gedauert, bis sich der Erfolg einstellte.

Es war bereits richtig dunkel, als mehrere Meerforellen zum Riff gezogen kamen und durch ihr Rauben an der Oberfläche auf sich aufmerksam machten. Das war das Signal, auf das ich gewartet hatte! Schnell zog ich meine Schnur ein und wechselte die Fliege. Bereits der nächste Wurf war einTreffer; eine gute Forelle nahm den an der Wasseroberfläche furchenden Muddler.

 

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Djursland, Sommerurlaub & Meerforelle.  -  © Thomas Lehmann

Ich habe dann anschließend einen mitfischenden Dänen umgehend ebenfalls mit einem Muddler versorgt, da er keine an der Wasseroberfläche fischenden Fliegen mit sich führte. Er fing dann wenig später zu seiner – aber auch meiner - großen Freude eine mittfünfziger Forelle.

Ein erfolgreicher Abschluß eines gemeinsam am Wasser verbrachten Abends!

Knæk og Bræk wünscht
Thomas

Silberblanke Sommerforelle in Top-Kondition  -  © Thomas Lehmann

 

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