Silber pur - Bornholm wir kommen wieder!


von Claus-Peter Jobski, Hamburg


© Claus Jobski

Nun war es wieder soweit. Unsere alljährliche Tour nach Bornholm stand an. Endlich!!
Die letzten Tage sind wie immer voller Anspannung. Getackle packen, Fliegenschnüre sortieren, welche Ruten,
welche Rollen? Bindestock, Bindematerial, warme Klamotten usw.usw.
Na ja, ihr kennt das ja sicher selber.
Die letzten Einkäufe getätigt, damit ich meinen Jungs wieder ein leckeres Essen vorsetzten konnte. Das leibliche
Wohl liegt wie jedes Jahr in meiner Hand,was mir auch immer wieder viel Spaß macht. Denn was gibt es schöneres,
als nach einem schönen aber anstrengenden Angeltag ein warmes Essen zu genießen, dazu ein kühles Bierchen
und den Tag gemeinsam Revue passieren zu lassen. Ach ja und natürlich die Planung für den nächsten Tag zu besprechen.


© Claus Jobski


So und dann ging es am 07.04.2011 endlich los. Start von Sassnitz nach Rönne mit Windstärke 7-8, was für eine Begrüßung
der Ostsee. Aber egal, es lagen 10 Tage vor uns. Den Schlüssel für das Haus abgeholt und Abmarsch. Dort angekommen
mußten drei Autos entladen werden und das Haus von 320 qm Wohnfläche in eine echte Angeloase verwandelt werden.
Für uns kein Problem.
Sechs Bindestöcke und div. Bindematerial auf den einen Esstisch plazieren. Die beiden Kühlschränke mit Essensvorräten
und Getränken vollstopfen. Einen riesigen Stapel Angelfilme vor den Fehrnseher gelegt, Laptop aufgebaut. In allen Ecken
Fliegenruten und Spinnflitzen gestellt, Betten beziehen und Käffchen aufgesetzt, dann umziehen.
Das alles in höchstens 25 Minuten! Mann, sind wir wieder heiß.
Wir beschließen noch 3 bis 4 Stunden zu fischen, obwohl der Wind ganz schön am Pfeifen ist. Egal, wir sind schließlich
zum Fischen hier. Ab in die Autos und ans Wasser. Wir fischten bis in die Dämmerung, aber leider ohne Kontakt.
Den Tag beschlossen wir mit einem kräftigen Essen und fielen danach sofort in die Betten.


© Claus Jobski


Am nächsten Tag war der Wind noch heftiger und so fuhren wir nach Allinge um vor dem Wind ein wenig geschützt zu sein.
Ablandig war die Devise, alles andere ging gar nicht. Wir hatten Böjen um die 10 Stärken. Der Wind war so heftig,das ich
fast zweimal kopfüber reingeweht wurde. So blieb der Tag auch ohne Fisch. Bei den Bedingungen aber kein Wunder.
Wir haben gerade auf Bornholm die Erfahrung gemacht, dass nur bewegtes Wasser Fisch bringt, das heißt auflandige
Winde oder Restwelle. So lange es vom Wind möglich ist, sollte man immer auflandig fischen, oder mit Wind von der Seite.
Die Meerforellen sind dann viel aktiver und jagen dann nach Nahrung, die z.B.aus den Blasentangfeldern gespült wurde.
Deswegen auch immer Spots anfahren, wo am Tag vorher der Wind drauf gestanden hat. Sollte der Wind dann noch über
Nacht eingeschlafen sein, unbedingt ganz früh morgens solche Stellen anfahren (Dämmerung). Dann kann es richtig knallen.
Gerade mit der Fliegenrute kann man dann einen Traumtag erleben.
So einen Tag hatten wir auch bei dieser Tour wieder an einem meiner Lieblingsstrände: Balkastrand! Dieser Platz liegt auf der
Ostseite von Bornholm.Infos findet ihr im Bornholmführer von North Guiding auf Seite 75.


© Claus Jobski


Bei Windrichtungen aus Nord oder Nordost bietet dieser Platz top Bedingen auf wirklich große Fische. Hier vorlor mein Freund
Aik vor ein paar Jahren einen Fisch im Drill von 90plus!!!! Ich hatte den Fisch gesehn und kann nur sagen, was für eine Maucke.
Wir fingen an diesem Tag zu dritt ca. 17 Fische zwischen 58 und 79 cm. Ich habe in den letzten Jahren gerade hier schon
diverse Fische um die 70 bis 75cm fangen können und Aik erwischte hier schon zwei Fische um die 80cm.


© Claus Jobski

Am 12.04 war es soweit:Nördliche Winde! Los Jungs auf nach Balkastrand.
Dort angekommen bauten sich schon die ersten Wellen auf und ich wußte innerlich schon, heute geht was!
Wir fischten alle mit der Fliegenrute, allerdings ohne Kontakt. Da die Wellen immer heftiger wurden und mir schon zweimal
den Schnurkorb wegfegten, beschloss ich auf die Spinnrute mit Spirolino zu wechseln. Vielleicht stehen die Fische noch
weiter draußen.
Also Rute gewechselt und wieder rein ins Wasser. Erster Wurf - nichts, zweiter Wurf - nichts, dritter Wurf ein Hammerbiß
ohne Vorwarnung. Ja eiiiiihhhhhhhh.
Ein wunderschöner Überspringer von 58 cm landet im Netz. Wir schießen noch schnell ein paar Fotos und ich geh wieder
ins Wasser. Nächster Wurf, wieder Anfasser, nochmal und sitzt, das gibst doch gar nicht. Ein Absteiger um die 65cm,
allerdings schon wieder in guter Kondition. Er wird aber sofort schonend wieder zurück gesetzt. Vielleicht fünf Würfe später
ist meine Rute schon wieder krumm.
Ein schöner Fisch um die 60cm mit Restfärbung, der natürlich auch wieder in sein nasse Element zurück darf. Vielleicht
sehen wir uns nächstes Jahr nochmal?
Meine Mitstreiter stehen mittlerweile am Ufer und beobachten mein Treiben. Da ein Fischen mit der Fliegenrute jetzt
wirklich keinen Spaß mehr macht und die Jungs leider keine Spinnrute dabei haben, bleibt ihnen nur noch zuschauen,
was mir in diesem Moment echt leid tut.
Ich kann noch 4 weitere Fische landen, die aber alle wieder schwimmen. Zwei weitere im Drill ausgestiegen und noch ein
paar Bisse versemmelt. Gut, ein richtig Großer war diesmal nicht dabei, aber es ist auch nicht jeden Tag Weihnachten.
Denn auch auf Bornholm muß man sich die Fische hart erarbeiten: Die Chancen aber einen richtig großen Fisch ans Band
zu bekommen, sind aber jeden Tag gegeben. Wichtig ist immer, die richtigen Stellen zu suchen. Öfter mal die Stellen zu
wechseln, denn gerade zwischen der Ost und Westseite herschen gerade im Frühjahr Temperaturunterschiede im Wasser
von bis zu 4 Grad .Das kann immer der Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg sein. Also niemals nur die Stellen fischen,
wo man vielleicht gerade sein Ferienhaus hat. Wir mußten auch dieses Jahr die Fische wieder suchen und haben locker
900km auf der Insel verballert. Es wurde aber wieder belohnt.
So, dieser Tag endete wieder mit einem schönen Essen und diversen Bierchen, so dass wir am nächsten Morgen leider
nicht ganz so früh aus dem Nest kamen. Nun gut, wir haben aber auch Urlaub, also easy!

 


© Claus Jobski


Wir beschlossen nochmal an den Balkastrand zu fahren, da der Wind über Nacht völlig eingeschlafen war. Perfekt für die
Fliege.
Als wir gegen 6:20 uhr ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Alles voller Fisch, so viel hatte ich auch schon lange
nicht mehr gesehen. Während Holger noch völlig baff auf das Wasser vor ihm starte, war Aik auch schon am wedeln und
keine 3 Minuten später, war seine Rute krumm. Ein toller blanker Fisch von 59cm landete im Kescher. Petri,mein Freund.
Tja, der Aik kanns halt immer wieder.
Ich hatte auch noch einen Kontakt, den ich aber nicht verwerten konnte. Keine fünf Minuten später war der Spuk leider
wieder vorbei, die Fische waren alle wieder zurück ins tiefe Wasser gezogen. Wir waren defenitiv zu spät am Wasser
gewesen. Ich möchte gar nicht wissen, wenn wir um 5Uhr da gewesen wären!? Aber egal,die nächste Chance kommt wieder.
Noch schnell ein paar Bilder von Aiks schönen Fisch geschossen und dann zurück ins Haus: FRÜHSTÜCK. Rührei mit
Schnittlauch, Räucherlachs mit frischen Brötchen und duftender Kaffee! Herrlich.

 


© Claus Jobski


Die nächsten Tage plätscherten so dahin, wir fuhren diverse Spots an, z.b.Salene Bucht, Sorthart, Arnanger, aber ohne
nennswerte Erfolge. An Stellen ,wo wir eigendlich immer fangen und teilsweise auch perfekte  Bedingen hatten, ging
teilweise überhaupt nichts.
Vielleicht lag es auch am strengen Winter und dem teilweise sehr hohen Wasserstand!? Man weiß es nicht. Wenigstens
blieb mir das Glück noch holt, denn drei Tage vor Schluß, konnte ich noch einen superschönen Überspringer von 72 cm
überreden mit mir zurück nach Deutschland zu fahren. Das war auch der Größte (Blankfisch) von allen bei dieser Bornholmtour.
Ich hatte ingesamt 16 Fische, davon 4 Blanke.

 


© Claus Jobski


© Claus Jobski

 

Es war wieder eine super schöne Tour und die Schönheit und die traumhaften Strände auf Bornholm entschädigen immer
wieder für manchen Schneidertag! Die gehören halt auch immer wieder zum Meerforellenfischen dazu. So werden wir immer
wieder angetrieben auf der Suche nach der Mutter aller Meerforellen! Auch nächstes Jahr werden wir wieder nach Bornholm
reisen und dann klappt es vielleicht mit dem richtig dicken blanken Bolzen!

Also ,jeder der noch nie auf Bornholm war, sollte eine Trip dort hin machen, es lohnt sich. Die Insel hat sehr abwechslungsreiche
Strände und kleine Buchten, wo für jeden genug Platz ist zum Fischen. Ich fahre nun schon seit 10 Jahren mit meinen Jungs
nach Bornholm und immer wieder entdeckt man neue Stellen und sammelt neue Erfahrungen.
Nehmt den North Guiding-Angelführer mit, denn besser kommt ihr im neuen Revier nicht an den Fisch. Alleine die ganzen
Luftbildaufnahmen immer im Auto parat zu haben, ist schon Gold wert!


Und noch  ein wichtiger Punkt: ES GIBT KEINEN SCHLANKEN BORNHOLMER-WILDSTAMM! Das sind alles Absteiger, die
zwar schon fast blank sind aber noch nicht richtig im Futter sind. Einen Überspringer erkennt man auch auf Bornholm sofort an
seiner kompakten Form und auch im Drillverhalten merkt man sofort den Unterschied. Gerade im Frühjahr werden von so
manchen "Angler" so manches Massacker an gefärbten und gartenschlauchähnlichen Mefos angerichtet. Das muß nicht sein,
gerade weil wir dort nur zu Gast sind.
Also Absteiger auch außerhalb der Schonzeit immer zurück setzen, denn auch der Bestand wird auch auf Bornholm nicht besser!


© Claus Jobski

Also, für den nächsten Trip wünsche ich allen viel Spaß und stets eine stramme Leine!
(für Insider: Ja eiiiiihhhhhhhh ;-))

Claus Jobski

Angelführer Bornholm - 58 Angelplätze & Luftbilder

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