E-Fischen an einer dänischen Au

Um einen entstandenen Bestand abzusichern und zu kontrollieren, ist zum Beginn der Laichzeit ein jährliches
Elektrofischen sinnvoll.

Nicht jeder hat die Chance, bei einem E-Fischen dabei sein zu können. Das nachfolgende Video zeigt sehr
schön, wie ein E-Fischen durchgeführt wird:

 

 

zum Beginn der Laichzeit, Elektrofischen

© NorthGuiding.com

zum Beginn der Laichzeit, Elektrofischen

© Heiko Döbler

Ab November beginnt in unseren Flüssen und Auen der Fang anadromer Salmoniden zur Laichentnahme.
Die aufgestiegenen Fische werden durch geschulte Vereinsmitglieder mit speziellen Elektrogeräten gefangen. Dabei werden die Fische nur kurz betäubt, um sie dann mit einem Kescher zu entnehmen. Bei dieser schonenden Fangmethode erleiden die Fische keinen Schaden. Bereits ausgelaichte Fische werden natürlich zurückgesetzt.
Beim E-Fischen im Dezember werden an einer dänischen Au z.B. ca. 100 Fische gefangen und zum Abstreifen von Rogen und Milch in einen dänischen Fischzucht-Betrieb gebracht.
Das führt auch dazu, dass ein späterer Besatz mit genau  passendem Erbmaterial erfolgen kann.
Nach dem Abstreifen werden die Fische in ihren ursprünglichen Fluss zurückgesetzt. Während des kompletten Prozesses werden die Fische in speziellen Behältern mit einer reichen Sauerstoffzufuhr transportiert.

 

E-Fischen im Dezember

© NorthGuiding.com

E-Fischen im Dezember

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Gerade im Bereich der Laichbetten steht der Fisch in dieser Zeit meist in Gesellschaft, denn häufig finden sich drei bis vier Rogner um einen Milchner. Und so ist es immer wieder ein unglaublich faszinierender Anblick, wenn in einem oft nur 2 bis 3 m breiten Bachlauf, Meerforellen von bis zu 10kg Gewicht wie aus dem Nichts erscheinen.
Nach dem Abstreifen und einer Hälterungsphase in der Zuchtstation  werden die Fische wieder in ihr System ausgesetzt. Der aus dieser Maßnahme stammende Besatz in Form von Brutfisch und Smolt trägt nach vielen Jahren der Arbeit Früchte und zeigt sich dann in einem jährlichen Aufstieg von starken Meerforellen.

 

Meerforellen

© NorthGuiding.com

Meerforellen

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Eine Anzahl von ca. 5000 weiteren anadromen Salmoniden verbleibt bei diesem beispielhaften Flusssystem dagegen unbehelligt im Fluss, um sich dort eigenständig zu reproduzieren (Die Zahl wurde von Fischereibiologen durch Zählungen bei Sichtungsfischen ermittelt). Die große Anzahl frischer Laichgruben, die sich selbst noch in kleinsten zuführenden Gräben finden, zeugen von der regen Aktivität und guter Bestandszahlen.
Die inzwischen bis zum ersten April verlängerte Schonzeit in den dänischen Flüssen ermöglicht den geschwächten Kelts heute ein ungehindertes Abwandern zum Meer und so haben viele dieser Fische eine ausgezeichnete Chance, nach einer Fress- und Regenerationsphase im Salzwasser, ihr wertvolles Genmaterial erneut in ihre Heimatflüsse zu tragen.
Natürliche Einflüsse wie besonders trockene Sommer, die den Jungfischen hart zusetzen können oder die z.T. nur schwer komplett zu unterbindende Problematik des Sandeintrags durch die Landwirtschaft, machen das parallele Aufziehen von Wandersalmoniden notwendig.

Und noch einige Eindrücke mit Ulf Sill von der Mörrum (Schweden):

 

Meerforellen

© Ulf Sill

Meerforellen

© NorthGuiding.com

Meerforellen

© Ulf Sill

Meerforellen

© Ulf Sill

Nach der Aufzucht der Brütlinge werden die kleinen Setzlinge (Parr = Junfische größer als drei Zentimeter) in ihre
Heimatflüsse zurückgesetzt. Nach der Smoltifizierung werden die kleinen Meerforellen nach ein bis zwei Jahren ins
Meer wandern, um hoffentlich zum Laichen wieder aufzusteigen.

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Fluss-Strategie - Meerforellen